© Peter Seifert 2014
01. März 2013 Der Termin für die Besichtigung des Bahnhofs durch den Bürgerverein Balingen steht. Am 18.03. wird um 19h eine Besichtigung stattfinden mit einer anschließenden Diskussion im Wartesaal über die aktuelle Balinger Stadtentwicklung. 05. März 2013 Es findet ein hochoffizieller Abnahmetermin der 2012 getätigten Brandschutzmassnahmen im Bahnhof statt. Etwas verwundert hst der zuständige Mitarbeiter der DB für diese Baumassnahme zur Kenntnis genommen, dass das Balinger Bahnhofsgebäude inzwischen einen privaten Besitzer hat. Wenn man das vorher gewußt hätte, wäre es wohl kaum zu den beträchtlichen Investitionen gekommen. Das ist für mich persönlich nach all den Erfahrungen mit den diversen Unterabteilungen der DB seit meinem Kauf des Bahnhofs der letzte Beweis, dass “das bestorganisierte Bauprojekt” der Republik, der unterirdische Bahnhof Stuttgart21 wohl genauso Wunschtraum ist, wie der Berliner Flughafen. Die Firma, die die Brandschutzmaßnahmen durchgeführt hat, hatte das Angebot für die Brandschutzmaßnahmen in Berlin nach dem bekannt gewordenen Debakel abgelehnt. 06. März 2013 Bei einer erregten Sitzung des HGV war auf Initiative von Manuel Streich das Thema Eyacharkaden auf der Tagesordnung. Ich empfinde das Ergebnis als Bestätigung für meine wiederholten Warnungen vor dieser katastrophalen Einkaufsmall, bedaure es aber sehr, dass man so spät erkannt hat, was uns hier bevorsteht. 07. März 2013 Ich habe aus den Beständen der Deutschen Telekom 55 gepolsterte Freischwinger Stühle erstehen können, die bei dem geplanten Kulturprogramm für die nötige Bequemlichkeit sorgen können. 08. März 2013 Firma Mosbacher, die das “Rote Regal” gebaut hat, hat das Regal in der Halle an der Wand befestigt. Der Einweihungstermin am Sonntag um 11h kann stattfinden. Im Schwarzwälder Boten steht ein Artikel über die nicht enden wollende Geschichte um den Bahnhofsvorplatz. Das veranlasst mich für die Samstagsausgabe einen Leserbrief zu verfassen: hier ist der Text: Betrifft: Bericht "Zähes Ringen um Vorplatz-Lösung" vom 8. März In dem Artikel lese ich, dass ich durch meine wiederholten öffentlichen Angriffe Kredit verspielt haben soll. Meint man damit, dass es für mich gescheiter gewesen wäre, mit der Herde mitzutrotten und mich jeglicher Äußerung zu enthalten, um ja niemanden auf den Schlips zu treten? Die Kostenexplosion bei S?21 hat meine wiederholten Leserbriefe dazu inzwischen ebenso bestätigt, wie meine jahrelangen wiederholten Warnungen vor dem Wahnsinn "Eyach-Arkaden". Es ist erfreulich, wenn ich mit ansehen kann, dass mittlerweile einige aus ihrem Schlaf erwacht sind. Mir wäre es aber im Sinne Balingens lieber gewesen, wenn sie nicht so lange geschlafen hätten. Wenn ich auf der einen Seite lesen darf, dass die Stadt Fellbach "ihren" Bahnhof zu einem vorzeigbaren Mobilitätscenter umgestalten will und ich für mein gleiches Konzept nur Hohn und Schimpf ernte, dann kann sich jeder Balinger seinen Reim darauf machen, ob es manchen Volksvertretern um die Sache geht oder um die Rache für meine Kritik der letzten Jahre. Ich gebe zu, dass ich für einige sicher als der größte anzunehmende Unfall als neuer Besitzer erscheinen möge. Ich sehe aber gelassen in die Zukunft und überlasse es den folgenden Generationen zu entscheiden, mit welcher Eigenschaft ich der Menschheit besser gedient habe: als angepasster Mitläufer oder als Querdenker, der zumindest die Vision einer nachhaltigeren Gesellschaft im Hinterkopf hat. Peter Seifert Balingen Aus einem Mail wird mir der Vorschlag unterbreitet Kontakt mit einer Tübinger Gruppe aufzunehmen, die Literaturevents anbieten. Mal sehen, was daraus wird. 10. März 2013 Mit einer Lesung der in Balingen aufgewachsenen Kulturwissenschaftlerin Darijana Hahn, die jetzt in Hamburg lebt, wird das “Rote Regal” offiziell seiner Bestimmung übergeben. Über ein Mitglied der Balinger Frauenliste hatte ich im Dezember erfahren, dass diese schon seit längerer Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Platz für ein “Öffentliches Regal” waren. Was lag näher, als diesen Öffentlichen Ort zur Verfügung zu stellen, der zu den normalen Tageszeiten gut für die Bevölkerung erreichbar ist. Frau Klaiber und Frau Weinmann-Meyer haben das Regal vor etwa 50 erschienenen Gästen enthüllt. Näheres zu der Veranstaltung siehe: 14. März 2013 Was ist Luxus? Im Regelfall versteht man unter Luxus wohl den Umstand, dass man im Besitz einer wertvollen Sache ist, an der man sich erfreuen kann. Bei dem Termin mit einem Geschäftsinhaber, der den am Bahnhof angebrachten Zigarettenautomat besitzt stelle ich ihm die Frage, ob ich nicht Gewissensbisse bekommen müsste Provisionen für den Verkauf von Zigaretten einzustecken, während meine Frau als Apothekerin sehr oft mit kranken Kunden zu tun hat, die ihre Erkrankung dem Zigarettenkonsum zu verdanken haben. Seinen Einwand: “wer Raucher ist, der holt sich auch woanders die Zigaretten, da macht der eine Automat die Menschen auch nicht gesünder” kontere ich mit der Bemerkung: “Aber es wäre doch mal an der Zeit damit anzufangen, einfach keine Zigaretten mehr anzubieten.” So gönne ich mir meinen persönlichen Luxus und verzichte auf eine jährliche Provision um die 500€. Die Raucher am Bahnhof müssen in Zukunft etwas mehr Weg in Anspruch nehmen um an diese tödlichen Dinger zu kommen. 15. März 2013 Mit einem Mitarbeiter der Stadtwerke Balingen werden die technischen Einzelheiten für die zukünftige Versorgung des Bahnhofs mitttels einer mit Gas betriebenen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage besprochen. Während in der nächsten Zeit der erforderliche Gasanschluss erfolgen muss, kann ein Ingenieurbüro die Detailpläne für die Installation ausarbeiten, damit zur nächsten Heizperiode die Anlage in Betrieb geht. Bei der Begehung stellt sich heraus, dass die Brandschutzmassnahmen im Keller die Zugänge so verengt haben, dass nichts anderes übrig bleibt, als den geplanten Zugang für den Fahrradkeller möglichst bald in die Wege zu leiten, damit die Pufferspeicher und die eigentliche Anlage überhaupt in den Keller gebracht werden können. Mit einer Mitarbeiterin der Tübinger Car-Sharing-Organisation Teilauto wird für den Monatg ein Termin vereinbart um mögliche Kooperationen absprechen zu können. 17. März 2013 Mit einigem Erstaunen entdecke ich, dass ein Mitarbeiter des Balinger Gemeidnevollzugsdienstes beim Warten auf seinen Filius, der mit der Bahn angereist kommt sein Auto rechts neben der Treppe auf den definitiv nicht als Parkplatz ausgewiesenen Platz abstellt. Obwohl auf meinem Bahnhofsvorplatz 4 Taxi, 2 Behinderten und 3 Kurzzeitparkplätze ausgewiesen sind meint wohl die ganze Welt, dass man sein Auto hinstellen kann, wo es einem gerade gefällt. Angesichts dessen kommt man schon sehr ins Grübeln über die Posse zum Bahnhofsvorplatz. Es wäre mal interessant zu testen, was ein Normalbürger davon halten würde, wenn man sein Auto einfach so auf sein Grundstück abstellen würde. 18. März 2013 Car-Sharing Auf Anregung eines Balingers habe ich Kontakte zur Tübiner Car-Sharing Organisation Teil-Auto geknüpft und am 18. März morgens eine Besprechung über möglichke Kooperationen mit einem Car-Sharing-Angebot in Balingen geführt. Im Mai wird hierzu eine Veranstaltung im Bahnhof stattfinden. Ich habe dabei angeboten drei Stellplätze auf dem Bahnhofsvorplatz speziell für das Car-Sharing unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. 18. März 2013 abends Der Bürgerverein kam zur Besichtigung in den Bahnhof Ich bin gerne einer Anfrage des Bürgervereins nachgekommen für die Mitglieder eine Besichtigung des Bahnhofs anzubieten. Am Montag, den 18.03. um 19h war es soweit. Nach einer Besichtigungstour durch den Bahnhof kam man anschließend in der Wartehalle zusammen um auch über die geplöante Bebauung des Hinteren Kirchplatzes zu debattieren. Der anwesende Leiter des Stadtplanungsamte Herr Wagner stand dabei auch für Fragen zur Verfügung. 19. März 2013 Bei der Gemeinderatssitzung konnte ich noch nicht die zugesagte Präsentation meiner Bahnhofskonzeption vorstellen. Der Gemeinderat hat in seiner geheimen Sitzung entschieden den Bahnhofsvorplatz im Sanierungsgebiet zu belassen und mit mir eine Widmung des Platzes zu erreichen. 21. März 2013 Ich werde ins Bauamt zu einem Gespräch mit Herrn Steidle gebeten. Bei diesem wird mir die Entscheidung des Gemeinderates vom 19.03. mitgeteilt und darauf hingewiesen, dass man nunmehr von städtischer Seite einen Widmungsvertrag vorbereitet. Auf meine Rückfrage, ob wir nun dann endlich die Bedingungen verhandeln unter denen ich bereit dazu bin, erfahre ich, dass es keine Bedingungen zu geben hat. Mir wird der Vertrag vorgelegt zur Unterschrift und damit darf ich dann sogar einen Antrag stellen, wenn ich auf mein eigenes Grundstück irgendwann einmal ein Gerüst stelle zur Sanierung der Fassade. Stellplatzausgleich auf einer anderen Fläche (z.Bsp. für die Car-Sharing-Cooperation) oder das Aufstellen einer E- Bike-Ladestation sind nicht vorgesehen. Wir sind nach mehr als 6 Wochen am gleichen Punkt angelangt. Keine Rede davon, dass ich irgendwelche Einflussmöglichkeiten habe. Der Werbeträger, aus dem ich einen Anteil der monatlichen Annuität für die Finanzierung des Platzes erwirtschafte wird natürlich entfernt. Und wenn ich nicht unterschreibe macht natürlich auch ein Bebaungsplan für das Lindle-Areal keinen Sinn. Da freue ich mich schon jetzt als Buhmann herhalten zu dürfen, wenn es einfach nicht weitergeht. Ich meinerseits darf aber nicht erwarten, dass die Stadt dann demnächst mit der Umgestaltung anfängt; es ist ja schließlich kein Geld da. Ich bin nur perplex darüber, woher man die Berechtigung zieht mir ohne eine Gegenleistung so etwas zuzumuten. Der Vertrag wird dann demnächst per Post zugeschickt. Was darin steht, sehe ich ja dann. 23. März 2013 Im Schwabo erscheint eine Karikatur zum Bahnhofsvorplatz über die ich mich köstlich amüsiere, die aber den Kern der Porblematik nicht getroffen hat. Ich entwerfe daher vier Bilder, die meine eigene Sicht der Dinge wiedergeben. Die Schwabo-Karikatur assoziiert, dass ich die Mitglieder des Gemeinderates mit der Wurst “Bahnhofsvorplatz” ködere, um sie nach meiner Pfeife tanzen lassen zu können. Das ist mitnichten der Fall. Seit dem 11. Januar, dem Tag an dem mein Verkaufsangebot abgelehnt hat und die Idee mit der Widmung ins Spiel brachte, bitte ich um Gespräche mit dem Oberbürgermeister um zu einer sinnvollen Lösung zu kommen. Keine Reaktion, wie wenn ich Luft wäre. Man unterbreitet mir das Angebot mein Konzept im Gemeinderat vorzustellen und lädt mich dann aber gar nicht ein. Aus der Presse darf ich entnehmen, dass ich mein Konzept natürlich erst vorstellen darf, wenn die Widmung unterschrieben ist. 28. März 2013 Während die Stadt Balingen den Wert Ihres Marktplatzes daran bemisst, dass er von vielen Menschen tagtäglich benutzt wird, rechnet man den Wert des Bahnhofvorplatzes herunter, weil er von vielen benutzt wird. Verrückte Welt. Ich mache einen Schlussstrich unter dieses unwürdige Possenspiel und schicke den Gemeinderäten ein Schreiben, mit dem ich erkläre, weshalb ich weder einem Verkauf, noch einer Widmung zustimmen werde. “Ich lasse mich nicht zum Deppen machen.” Sie können hier den Text abrufen und sich selbst ein Bild darüber machen, ob meine Gründe nachvollziehbar sind. 30. März 2013 Im Schwarzwälder Boten erscheinen die von mir gezeichneten Cartoons zusammen mit einem Artikel. Heute geht mir per Post der Vertragsentwurf zu, den ich nur noch zu unterschreiben habe. Aus der Vertragspräambel entnehme ich, dass er zur Ausräumung von Versagensgründen im Sinne des § 145 Absatz 2 BauGB und zur Sicherung und Erleichterung der Sanierungsziele ist. Die Quintessenz dieser Formulierung ist folgende: Unterschreibe ich nicht, wird mir die sanierungsrechtliche Genehmigung versagt, der Kaufvertrag wird dadurch nichtig und muss rückabgewickelt werden. Das erste Mal sehe ich einen Plan, was die Stadt unter Bahnhofsvorplatz versteht. Zum Bahnhofsvorplatz gehört nicht das Areal südlich des Bahnhofs. Und jetzt versteht man auch, weshalb Herr Steidle so erschüttert war, dass im Januar die Gemeidneratsmehrheit die Herauslösung aus dem Sanierungsgebiet wollte. Damit hätte er nämlich keine Handhabe mehr gehabt die Rechtskraft des Kaufvertrages zu verhindern. Chapeau, raffiniert eingefädelt. So zieht man die Leute über den Tisch. Dieser Vertrag kommt einer kalten Enteignung gleich. Keine Rechte mehr, nur noch Pflichten und Zahltag. Grandios! 31. März 2013 Ich habe mir die Zeit genommen, den Widmungsvertrag durchzulesen und mit Kommentaren versehen ins Netz zu stellen. Urteilen sie selbst, ob das eine gute Ausgangsbasis für einen Vertrag darstellt, der nach Unterzeichnung nicht rückgängig zu machen ist. Ein ganz miserables Geschäft wird mir hier angeboten.
Die Chronik  ab März 2013
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